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Klassische Musik und Oper von Classissima

Joseph Haydn

Montag 20. Februar 2017


Crescendo

23. Januar

Gewinnen Sie mit crescendo 1×2 Karten für das 2. Konzert von sonorizzonte: Présence am 18.3.2017 (19:30 Uhr) im Johannissaal von Schloss Nymphenburg in München - Gewinnen Sie mit crescendo 1x2 Karten für das 2. Konzert von sonorizzonte: Présence am 18.3.2017

CrescendoHerzlich willkommen zur Jubiläumssaison der Münchener Kammerkonzertreihe im Johannissaal von Schloss Nymphenburg: fünf Jahre sonorizzonte! 2013 von der Cellistin Jessica Kuhn gegründet steht sonorizzonte für Entdeckungen unbekannter Komponisten und Werke und für überraschende Perspektiven und Hörerlebnisse. „Die Musikentdeckerin“, titelte die Süddeutsche Zeitung nach dem Eröffnungskonzert. Den Auftakt machen Ingolf Turban, Wen Xiao Zheng, Anna Magdalena Kokits, Jessica Kuhn und Ryutaro Hei mit dem Klavierquartett Friedrich Gernsheims, dem Kontrabass Solo Yumiko Nishidas und dem beliebten „Forellenquintett“ Franz Schuberts. Atemlose Spannung verspricht das zweite Konzert mit Werken des 20. und 21. Jahrhunderts, gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München! Moritz Eggert, Elisabeth Kufferath, Andreas Ticozzi und Jessica Kuhn spielen Werke von Kaija Saariaho, Simon Frick, Bernd Alois Zimmermann und Moritz Eggert. Gleich drei Uraufführungen werden in diesem Konzert zu hören sein! Konzerteinführung mit Andreas Puhani um 18.15 Uhr im Johannissaal (Dauer ca. 45 Min.). Das Finale erleben Sie in der um 1600 erbauten Alten Hofkapelle der Münchener Residenz. An diesem Ort findet die Musik des 17. – 18. Jahrhunderts, die an diesem Abend auf historischen Instrumenten erklingen wird, ihren passenden Rahmen. Sie hören Michael Freimuth, Theorbe, Arno Jochem, Viola da Gamba, und Jessica Kuhn, Barockcello, mit Musik von Marin Marais, Tobias Hume, Joseph Haydn sowie – im Sinne von sonorizzonte – einer Uraufführung von Thomas Bocklenbergs Duo „Blinde Berührung“. Weitere Informationen finden Sie unter: www.jessicakuhn.de Gewinnen Sie mit crescendo KonzertkartenWenn Sie 1×2 Karten für das 2. Konzert von sonorizzonte: Présence am 18.3.2017 (19:30 Uhr) im Johannissaal von Schloss Nymphenburg in München gewinnen wollen, senden Sie dafür bis zum 5.3.2017 eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten und dem Betreff “sonorizzonte” an gewinnspiel@crescendo.de . Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

ouverture

gestern

Haydn: Piano Sonatas; Becker (Cavi-Music)

„Seit meiner Kindheit begeistern mich Haydns Klaviersonaten“, schreibt Markus Becker. Der Pianist, der als Professor an der Hochschule für Mu- sik, Theater und Medien Hannover lehrt, kommt aus dem Schwärmen nicht heraus, wenn er über diese scheinbar doch so unkomplizierten Werke von Joseph Haydn nachdenkt. „Es ist nicht Beethovens Kraft und Dramatik, auch nicht Mozarts traumwandlerische Schönheit. Haydn schreibt zutiefst menschliche Musik mit einer Grundhaltung, die dem romantischen Humorbegriff sehr nahekommt: ein Abbild unseres Lebens mit allen Schönheiten, Abgründen, Hoffnungen, Verlusten, Dramen, Freuden – getragen von Leidenschaft und Ironie.“  Und auch wenn das Notenbild auf den ersten Blick wenig geheimnisvoll ausschaut, mahnt Markus Becker, seien diese Sonaten doch keineswegs einfach zu spielen. Haydns Sonaten, bedauert der Professor, „wurden reduziert auf die Funktion als geistreicher Unterrichtsstoff. Dabei wurde völlig überhört, wie differenziert und nuancenreich Haydn zu Werke geht.“  Becker hat die Sonaten deshalb mit großer Sorgfalt gearbeitet. Das lohnt sich: Wenn man diese CD anhört, wird man Haydn neu entdecken – humorvoll, ideenreich, einen Komponisten, der ebenso durch exquisite Melodien begeistert wie durch unerwartete Wendungen und musikalische Überraschungen. „Vielleicht ist Haydn mehr noch als die großen Kollegen auf gute Interpreten angewiesen: ohne Klangfantasie, Gespür für musika- lische Rhetorik und Phrasenbildung ist diese Musik nicht zu gestalten“, meint der Pianist. „Vor allem die Fähigkeit, das Klangbild von einem Mo- ment auf den anderen zu verändern, das Stimmverhältnis neu zu balancie- ren, wird vom Haydn-Spieler verlangt.“ Markus Becker demonstriert am klingenden Beispiel, wie er sich das vorstellt, und man möchte diesen frischen, so gar nicht musealen Haydn immer wieder hören - und, bitte, bald mehr davon! 




ouverture

8. Februar

Paul Badura-Skoda plays Franz Schubert (Genuin)

Erneut sind beeindruckende Einspielungen von Klassikern des Klavierrepertoires durch Paul Badura-Skoda bei Genuin erschienen. Die erste Doppel-CD, die hier vorgestellt werden soll, gilt dem Schaffen Ludwig van Beethovens (1770 bis 1827). Sie vereint die drei letzten Klaviersonaten des Komponisten, in einer Aufnahme, die 2013 im Joseph-Haydn-Konservatorium Eisenstadt entstanden ist, und die Große Sonate für das Hammerklavier op. 106 in einem Konzertmitschnitt, der im Juni 1976 in der Filharmonia Narodowa in Warschau aufgezeichnet wurde.  Eine weitere CD, es ist die jüngste der drei, porträtiert den heiteren Franz Schubert (1797 bis 1828). Wir erleben den Musiker in der Sommerfrische: „Dir die Lieblichkeit dieses Tals zu beschreiben, ist beinahe unmöglich“, so begeistert schilderte Schubert 1825 sein Feriendomizil in einem Brief an seinen Bruder Ferdinand. „Denke Dir einen Garten, der mehrere Meilen im Umfange hat, in diesem unzählige Schlösser und Güter, die aus den Bäumen heraus oder durchschauen, denke Dir einen Fluß, der sich auf die mannigfaltigste Weise durchschlängelt, denke Dir Wiesen und Äcker, wie eben viele Teppiche von den schönsten Farben, dann die Straßen, die sich wie Bänder um die herumschlingen, und endlich stundenlange Alleen von ungeheuren Bäumen, dieses Alles von einer unabsehbaren Reihe von den höchsten Bergen umschlossen, als wären sie die Wächter deses himmlischen Tals, denke Dir dieses, so hast Du einen schwachen Begriff von seiner unaussprechlichen Schönheit.“ Während seines Aufenthaltes in diesem Paradies, in Bad Gastein, komponierte Schubert die D-Dur-Sonate D 850; fast scheint es, dass er die Freude an dieser idyllischen Landschaft in eine Freude an Klängen und Harmonien übersetzt hat. Paul Badura-Skoda musiziert, indem er einerseits die Werke beinahe philosophisch ausdeutet; er unterlegt Themen gern sogar Liedtexte. Er liest zudem den Notentext ausgesprochen aufmerksam, und gestaltet sorgsam, bis ins kleinste Detail.  Die Aufnahme der Gastein-Sonate ist 2015 bei Bösendorfer in Wien entstanden. Ergänzt wird sie durch die Drei Klavierstücke D 946 aus Schuberts Todesjahr 1828, eingespielt 2014 in Eisenstadt. Wie bei allen seinen Aufnahmen, hat Paul Badura-Skoda auch in diesem Falle einen sehr lesenswerten Kommentar zum Werk verfasst, der im Beiheft abgedruckt ist.  Die Anmerkungen des Pianisten vermitteln Hintergrundinformationen zu den jeweiligen Musikstücken, und sie erläutern kurz und knapp seine Auffasssungen zu Deutung und Interpretation. Wozu er sich in diesen Texten nicht äußert, das ist die Auswahl des Instrumentes. Diesem Thema hat Badura-Skoda aber eine weitere Doppel-CD gewidmet – und dort sind die Drei Klavierstücke D 946 noch einmal zu hören, interpretiert diesmal nicht aus einem Steinway D, wie in der Eisenstädter Aufnahme, sondern auf einem Hammerflügel von Conrad Graf, angefertigt um 1826. Er befindet sich in der Sammlung der Irnberger Foundation in Salzburg, wo diese Aufnahme 2011 entstanden ist. Auf diesem Instrument hat der Pianist auch die Sonate B-Dur D 960 eingespielt. Sie erklingt noch zwei Mal, zum Vergleich – gespielt von Paul Badura-Skoda auf einem modernen Steinway und auf einem älteren Bösendorfer Imperial, die sich in seinem Besitz befinden. Warum gleich drei Versionen? „Weil dieses Werk so unauslotbar ist, dass auch das vollkommenste Klavier ihm nicht ganz gerecht wird“, erklärt der Pianist im Beiheft. „In jeder der drei neuen Aufnahmen kommen verschiedene Facetten zum Ausdruck, die dem jeweiligen Instrument ent- lockt werden konnten, wie etwa der farbenreiche Klang des Hammerflü- gels, der edle Klang des Steinways, der samtene Ton des Bösendorfers.“

Crescendo

7. Februar

Nachruf: Heinrich Schiff - Heinrich Schiff

„Die Saiten schweigen“, titelte der SWR, als ein Tag vor Weihnachten die Nachricht kam, dass der Cellist und Dirigent Heinrich Schiff in einem Wiener Krankenhaus verstorben war. Mit kaum 65 Jahren. Lange war er krank gewesen. Viele wussten davon, doch Schiff, dieser leidenschaftliche, kompromisslose, unersättliche Künstler, der sich nie schonte, wusste es wohl am besten. „Ich verglühe wie eine Zigarre, die man auf beiden Seiten zugleich angezündet hat“, räumte er bereits 2004 ein. Nun ist er gegangen. Unsterblich bleibt seine große Kunst, der unmittelbare Ausdruck, die Intensität, die Emphase seines Spiels. Jede Phrase, etwa von Bach, wusste er elegant zu ziselieren, in Ton zu „meißeln“, präzise in allen Lagen und dynamischen Registern. Die Bogentechnik hatte sich der junge Schiff beim berühmten André Navarra abgeschaut. Seine Einspielung der Bachschen Suiten wurde 1985 zur Referenzaufnahme und für Nikolaus Harnoncourt, einst selbst Cellist, zu einer „der eindrucksvollsten Interpretationen“, die er je gehört hatte. Unvergesslich bleibt Heinrich Schiff auch als Mensch, als Pädagoge. Nicht immer umgänglich. Eher direkt und oft eigenwillig. „Meist rauschte er in seinem Porsche 928 an. Wenn das weiße Coupé mit dem roten Cellokasten unter der Glasabdeckung des Kofferraums gegenüber der Kirche stand, wusste man: Schiff ist da“ (BR). Schüler Daniel Müller-Schott erinnert sich an Zeiten in Schiffs Haus am Attersee. „Er war wahnsinnig großzügig. Wir haben in seiner Küche gekocht und dann wieder geübt. Wir haben Billard gespielt, durften auf seinen Celli spielen. Und sogar sein Auto benutzen.“ Schiffs Selbstironie kam am besten in Interviews heraus. In einem, das wir führten, beschrieb er sich als einen Mann mit viel „zu kurzen Armen“, als „Metzgerstyp mit Wurstfingern“. Den oft unter Cellisten vertretenen Typus des „langgliedrigen, groß gewachsenen, melodiesäuselnden Schönlings“ beneidete er fast ein bisschen. Mit dem Narzissmus, der diesem Typus oft nachgesagt wird, hatte er, der „musikalische Handwerker“ Schiff, allerdings nichts am Hut. „Cellisten sind eher Kitschbrüder als Geiger“, lachte er. „Das liegt daran, dass, wenn sie klein sind und mit dem großen Cello herumlaufen, die alten Tanten so begeistert sind. Da ist ein starkes Verhältnis zum Bewundertwerden.“ Bewundert wurde Schiff, der 1951 in einem Musikerhaushalt in Gmunden geboren wurde, nicht. Dazu lag die Messlatte zu hoch. Seine Mutter Helga Riemann war die Enkelin des berühmten Musikwissenschaftlers Hugo Riemann, sein Vater Pianist. Beide waren auch Lehrer und Komponisten, was Schiff nachhaltig auch in der Wahl seines Repertoires prägte. Mit Enthusiasmus transportierte er die Botschaften der zeitgenössischen Komponisten in die Welt. Packend seine Version des Ersten Cellokonzerts von Schostakowitsch. Henze, Rihm, Otto M. Zykan, Křenek, Lutosławski schrieben Werke für ihn. „Die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik kann anstrengend bis schmerzhaft sein“, räumte Schiff im Gespräch allerdings ein. Das aber sei der Sinn: „Der Wunsch des Komponisten, die Auseinandersetzung mit dem Publikum zu pflegen. Es ist auch gleichzeitig die Auseinandersetzung mit sich selbst.“ Nur mit Friedrich Gulda, der für ihn ebenfalls ein Cello(!)konzert schrieb, kam es zum Zerwürfnis, weil Schiff es bei den Salzburger Festspielen durch eines von Haydn ersetzt hatte. Doch auch Schiff war nicht selten dünnhäutig. Rasch konnte er sich durch Fotografen oder Huster gestört fühlen. Legendär sein Unmut über ein undichtes, tropfendes Dach in der Kieler Petruskirche – bei einem Konzert in Anwesenheit von Prinz Charles. Seine Liebe galt der Kammermusik, viele CDs zeugen davon, obwohl er der Branche kritisch gegenüberstand: „Viele Menschen verstehen Musik anders und meinen, es sei so eine Art Feierabend-Dekoration, mit der man leben kann. Das liegt nicht an ihrer vermeintlichen Dummheit oder Trägheit, es liegt daran, wie die klassischen Interpreten und deren Mithelfer, Plattenfirmen, Veranstalter, das vermarkten. Wie sie dem Zuhörer suggerieren, es handle sich um ein gesellschaftliches Ereignis. Wie heißt es schön: ,Erleben Sie Meisterwerke der klassischen Musik im historischen Ambiente und genießen Sie nachher aus der Küche des Chefs …‘“. Er schimpfte über das „Crossover- Getue“, wunderte sich, dass Leute, die er sehr schätzte, ihm plötzlich rieten, sein „Image“ zu ändern, damit es „besser laufe“. Dabei lief es gut. Das kulturpessimistische Gezeter und Jammern auf hohem Niveau konterte er mit Statements wie: „Uns Musikern geht es gut. Wir haben keine Not, leiden auch nicht unter Publikumsschwund.“ Und: „Auch negative Rezensionen gehen eher am Publikum vorbei.“ Wie Harnoncourt drängte es Schiff später zum Dirigieren. Unerträgliche Schmerzen in Schultern und Arm zwangen ihn, sein legendäres Stradivari-Cello, die 300 Jahre alte Mara, der sogar Wolf Wondratschek einen Roman widmete, beiseitezulegen. „Wieso schade?“, antwortete er auf mein Bedauern. „Das ist eine Frechheit. Es gibt so viele andere Cellisten, die das gut machen.“ Doch nur einen Heinrich Schiff. Teresa Pieschacón Raphael



ouverture

23. Januar

Haydn . Mozart (Querstand)

Joseph Haydn (1732 bis 1809) hat erstaunlich wenige Solo-Konzerte geschrieben; entstanden sind sie üblicherweise als Gelegenheitswerke, für befreundete Musiker. Norbert Anger lässt auf dieser CD gemeinsam mit den Dresdner Kapellsolisten unter Leitung von Helmut Branny jene bei- den Violoncello-Konzerte erklingen, bei denen die Autorschaft Haydns gesichert ist, weil Autographen auf- gespürt worden sind.  Das erste Cellokonzert in C-Dur Hob VIIb:1 komponierte Haydn vermutlich um 1765 für seinen Freund Joseph Franz Weigl, Erster Cellist der Hofkapelle beim Fürsten Esterházy. Es wirkt noch ziemlich barock – ganz anders als das zweite Cellokonzert in D-Dur aus dem Jahre 1783. Es entstand für Anton Kraft, der von 1778 bis 1790 in der Eisenstädter Hofkapelle musizierte, und um 1800, wie auch sein Sohn Nikolaus, als der beste Cellist in Wien galt. Dieses zweite Konzert wiede- rum kann sowohl in seiner Struktur als auch in seiner Melodik und Har- monik als das Musterbeispiel eines klassischen Konzertes gelten.  Ergänzt wird das Programm durch das Konzert D-Dur für Violoncello und Orchester von Wolfgang Amadeus Mozart. Kenner der Materie werden nun stutzen und darauf hinweisen, dass Mozart doch gar kein Cellokonzert geschrieben hat. Cellisten haben das immer bedauert, und deshalb gab es etliche Versuche, andere Konzerte des Komponisten für das tiefe Streich- instrument umzuarbeiten. So hat der Spanier Gaspar Cassadó Moreu (1897 bis 1966) Mozarts Hornkonzert Es-Dur KV 447 adaptiert. Er hat dazu nicht nur die Tonart geändert, sondern mit Kürzungen und Hinzufügungen auch in die Substanz eingegriffen. Cassadó hat dieses Werk 1930 in Bukarest zum ersten Male gespielt, und es danach in sein Konzertrepertoire aufgenommen.  Bekannt sind alle drei Konzerte. Dem Label Querstand kann man zu dieser Einspielung mit Norbert Anger und den von Helmut Branny geleiteten Dresdner Kapellsolisten nur gratulieren – denn diese gelungene CD wird ganz sicher ihre Käufer finden; sie hätte ohne Zweifel auch bei den „Platz- hirschen“ der Branche gut ins Programm gepasst.  Norbert Anger ist seit 2013 Konzertmeister der Violoncelli der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Er ist Preisträger vieler renommierter internationa- ler Wettbewerbe, darunter der Tschaikowski-Wettbewerb in Moskau, der Concours Rostropovich in Paris oder der Deutsche Musikwettbewerb. Der Dresdner Cellist musiziert sehr souverän und klangschön, mit edlem, wie von innen erstrahlenden Ton – was besonders Haydns zweites Cellokon- zert zu einem Erlebnis werden lässt. Die Dresdner Kapellsolisten, gegrün- det 1994, sind ihm dabei kompetente Partner. Bravi! 

ouverture

20. Januar

Michael Haydn: Complete Wind Concertos Vol. 1 (cpo)

Nach den Divertimenti und den kompletten Sinfonien von Johann Michael Haydn (1737 bis 1806) wendet sich cpo nunmehr den Bläserkonzerten des „Salzburger Haydn“ zu. Der jüngere Bruder von Joseph Haydn begann seine Ausbildung ebenfalls als Chorknabe am Wiener Stephansdom. Er wirkte dann zunächst als Geiger und ab 1760 als Kapellmeister am Hofe des Bischofs in Großwardein, heute Oradea in Rumänien. 1763 wurde er Konzertmeister beim Salzburger Fürstbischof; 1782 wurde er als Nachfolger von Wolfgang Amadeus Mozart Hof- und Domorganist. Er komponierte eine Vielzahl von Werken, von der geistlichen Musik bis zum Lied und von der Kammermusik für den Fürstbischof bis hin zur Tanz- musik für die Bürgerschaft.  Seine Bläserkonzerte sind, mit wenigen Ausnahmen, eigentlich einzelne Sätze für konzertierende Instrumente aus Serenaden. Diese Concertinos wurden aber schon zu Haydns Zeiten nicht nur in diesem ursprünglichen Zusammenhang aufgeführt, sondern auch aus diesem Kontext gelöst. So kommt es, dass mitunter die Serenade verloren gegangen und nur das Concertino überliefert ist.  Im ersten Teil der Gesamteinspielung präsentiert die Salzburger Hofmusik unter Wolfgang Brunner Bläserkonzerte für Klarinette, Horn, Altposaune und Trompete, die aus Serenaden stammen, sowie ein „echtes“ Flöten- konzert. Als Solisten musizieren Ernst Schlader, klassische Klarinette, Johannes Hinterholzer, Naturhorn, Norbert Salvenmoser, klassische Altposaune, Franz Landlinger, Naturtrompete, und Linde Brunmayr-Tutz, Traversflöte. Die Musikstücke zeugen vom Witz und von der Experimentier- lust des Komponisten – für jeden der Solisten ließ er sich etwas Besonderes einfallen. So notierte er für den Trompeter eine Partie, die bis zum a''' hin- aufreicht – ein absoluter Rekord; kein anderes Stück dieser Zeit verlangt vom Solisten derartige Höhen.  Haydns Bläserkonzerte sind virtuos, abwechslungsreich und ansprechend. Für das Publikum halten sie ein wahres Füllhorn an schönen Melodien bereit – und wenn so gekonnt musiziert wird, wie in diesem Falle, dann sind sie ein großer Genuss. Auf die nächsten Folgen darf man also schon gespannt sein. 

Joseph Haydn
(1732 – 1809)

Joseph Haydn (31. März 1732 - 31. Mai 1809) war ein österreichischer Komponist und führender Vertreter der Wiener Klassik. Er war Bruder des Komponisten Michael Haydn und des Tenors Johann Evangelist Haydn. Den größeren Teil seiner beruflichen Laufbahn verbrachte Haydn als Hofmusiker auf dem Landsitz der wohlhabenden ungarischen Familie Eszterházy, wo er deren Orchester und Oper leitete. Die Abgeschiedenheit von anderen Komponisten und musikalischen Strömungen beschrieb er mit dem bekannten Zitat: „Ich war von der Welt abgesondert, niemand in meiner Nähe konnte mich an mir selbst irremachen und quälen, und so musste ich original werden.“ 1797 komponierte Haydn für Kaiser Franz II. das nach dem kroatischen Lied („Vjutro rano se ja stanem“) entstandene, in der Erstausgabe „Volkslied“ titulierte „Gott, erhalte den Kaiser!“ auf die hierzu gedichtete Worte von Lorenz Leopold Haschka; im Jahre 1841 mit dem wiederum eigens hierzu geschaffenen Text des Liedes der Deutschen von August Heinrich Hoffmann aus Fallersleben unterlegt, dient sie heute, mit dessen dritter Strophe, als Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland.



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